*** Um Missverständnisse zu vermeiden: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen geben meine persönliche Meinung wieder und müssen nicht den Tatsachen entsprechen ***
Adobe soll also der absolute Profi in Sachen Bildbearbeitungssoftware sein. Doch irgendwas läuft bei denen doch gewaltig schief. Wenn die nichtmal selbst wissen wie und wofür ihre Produkte verwendet werden....
...aber jetzt mal gaaanz von Vorne:
Ich heiße Christian, bin 28 Jahre alt und würde mich als ambitionierten Hobbyfotografen bezeichnen.
Bereits als Kind hat mich alles was mit Fotografie zu tun hatte sehr interessiert und so bin ich hin und wieder mit der Spiegelreflexkamera meiner Mutter los gezogen und habe Fotos gemacht. Schon damals wollte ich genau wissen was eine Blende ist und wie das mit der Verschlusszeit aussieht usw. Habe dann bald meine eigene Kamera bekommen eine Kompaktkammera die zwar ein extremer Batteriefresser war und nicht annähernd die Möglichkeiten einer Spiegelreflex bot, aber es war MEINE eigene Kamera! Aus Kostengründen (war ja noch alles analog und somit teuer, zumindest für einen damals 13 Jährigen) machte ich meist aber nur im Urlaub Fotos.
Im Jahr 1999 war es dann so weit. Ich kaufte mir meine erste Digitalkamera. Eine Kodak DC 215. Es war zwar auch ein Baterriefresser, aber ich konnte Endlich Fotos machen soviel ich wollte ohne mir über die Entwicklungskosten und die Kosten für die Ausarbeitung Gedanken machen zu müssen, denn ich sah die Fotos ja direkt am Bildschirm meines Computers. Die Kamera selbst war für die damalige Zeit echt gut, trotzdem wollte ich irgendwann wieder mehr Einstellungemöglichkeiten haben und kaufte mir eine neue Kamera. Aufgrund der guten Erfahrungen war es wieder eine Kodak. Wie sich bald herausstellte war das aber ein absoluter Fehlkauf. Obwohl ich z.B. die Blende manuell wählen konnte, hatte ich, aufgrund des kleinen Sensors, praktisch keine Möglichkeit die Schärfentiefe zu beeinflussen, die Kamerainternet Rauschunterdrückung schlug so heftig zu, dass Details verloren gingen, bei Nachtaufnahemen war die Kamera trotzdem aufgrund des starken Rauschens unbrauchbar.
Über kurz oder lang war es klar, eine digitale Spiegelreflex musste her. Ich enschied mich schließlich für eine Canon EOS 350d. Seit etwa vier Jahren hab ich diese Kamera nun im Einsatz. Schnell war klar, diese Kamera bietet viele Möglichkeiten, bearbeitet die Bilder intern aber nicht so exterem nach, wodurch es immer wieder nötig ist das eine oder andere Bild am Computer nach zu bearbeiten. Dafür wird man dann aber mit tollen Bildern belohnt.
Die Frage ist nun welches ist das beste Bildbearbeitungsprogramm?
Welches Programm ist am besten für das "Entwickeln" von RAW bildern geeignet?
Anfangs verwendete ich das mit der Canon Kamera mitgelieferte Digital Photo Professional. Das Programm ist teilweise recht langsam aber gut. Wenn auch nicht so Umfangreich wie andere Programme. Allerdings bin ich auf Dauer irgendwie doch nicht so gut mit dem Programm klar gekommen, da z.B. für einige Bearbeitungsoptionen bei der RAW Entwicklung keine Vorschau verfügbar war. Diese wurden erst beim Konvertieren in z.B. jpg angewendet. Für umfagreiche Bearbeitungsaufgaben verwendete ich daher Gimp, für die RAW Entwicklung war lange Zeit RAW Shooter Essentials erste Wahl. Leider wird der RAW Shooter nicht mehr weiter entwickelt. Das Programm wurde von Adobe aufgekauft und die Technologie ist jetzt in Adobeprodukten wieder zu finden. Seit einiger Zeit höre ich mehr oder weniger regelmässig einen absolut genialen Podcast zum Thema Fotografie: http://www.happyshooting.de. Hier geht es auch immer wieder um Fotobearbeitung, es werden Tips gegeben die sich meistens auf Adobe Photoshop oder Lightroom beziehen. Da ich auf der Suche nach einem guten All in One Programm bin, mit dem man RAW Files konvertieren kann, einfache Korrekturen an Fotos schnell und unkompliziert vornehmen kann, war ich ernsthaft am Überlegen mir Lightroom zu kaufen. Was man so hört ist Lightroom ja echt gut.
So, nun aber zu dem Grund, warum es doch keine Adobe Software werden wird:
Habe mir vor Kurzem ein Grafiktablett von Wacom zugelegt. Ein Bamboo fun small (klein aber fein). Dabei war Adobe Photoshop Elements 6. Habe mich gefreut endlich ein echtes Adobe Produkt zu besitzen, auch wenn es nur Photoshop Elements war. Habe begonnen das Grafiktablet zu verwenden. Auf dem Tablett gibt es einen sogenannten Touchring. Dieser Touchting ist ein Kreisförmiges Feld. Wenn ich ihn oben berühre, wird rauf gescrollt, wenn ich ihn unten berühre, nach unten. Bewege ich meinen Finger im Kreis, passiert im Grunde nichts anderes, als wenn ich <Strg>
Adobe weiß also nicht was ein Grafiktablett ist oder kann diese nicht von Touchscreens unterscheiden!? Abgesehen davon hanelt es sich wie gesagt lediglich um die Funktion <Strg>
Bis heute hab ich keine Antwort erhalten!
Habe mir trotzdem die Testversion von Lightroom besorgt. Folgende Nachteile sind sofort ins Auge gestochen:
2. Man muss alle Fotos zuerst importieren, wenn ich ein mit z.B. Gimp bearbeitetes Foto unter anderem Namen
speichert, kennt Lightroom dieses auch erst nachdem ich es importiert habe.
3. Das ist für micht das Killeraurgument: Lightroom ist quälend langsam. Jeder Klick benötigt Zeit, das Verschieben
der Regler passiert ruckartig, dabei werden beide CPU Kerne ausgelastet und zum Teil sogar die sehr
leistungsfähige Grafikkarte (Radeon HD 4870) verwendet.
Was bitte tut Lightroom da? Und warum dauert das alles so lang?
Was jetzt?
Lightroom fällt also weg. Photoshop mag recht gut sein, aber es ist eben von Adobe und ausserdem extrem teuer. Photoshop kostet ca. 1000,- Euro und Gimp nichts. Was kann Photoshop also, was diesen Unterschied rechtfertigt?
Nichts was für mich relevant wäre.
Auf der Suche nach Alternativen ist, wie schon weiter oben erwähnt, Gimp für mich das Programm erster Wahl, wenn es um umfagreiche Arbeiten geht.
Für die Fotoverwaltung, einfache Bearbeitungsaufgaben und RAW Entwicklung hab ich mir schon vor einiger Zeit ACDSee pro 2.5 angesehen.
Ein durchaus ansprechendes Programm, das Anfangs wohl Stabilitätsprobleme hatte, mitlerweile aber brauchbar ist.
Vor einigen Tagen habe ich mir nun die Beta Version von ACDSee pro 3 runtergeladen. Das Programm sieht Lightroom recht ähnlich, bietet wie auch der Vorgänger vollständige Color Management Unterstützung. Man kann sogar im normalen Verwaltungs- oder auch im Bearbetungsmodus ein Softproof Profil auf die Bilder anwenden. Bei Lightroom muss man immer erst auf "Drucken" gehen und kann dann dort recht umständlich ein Profil angeben.
Das Beste: Es ist schnell und ich muss die Fotos nicht erst importieren. Ich kann direkt auf den entsprechenden Ordner zugreiffen.
Die aktuelle Version (2.5) ist mit 69,- Euro im Vergleich zu Lightroom extrem günstig.
Die Entscheidung ist also gefallen:
Für Umfagreiche Bearbeitung: Gimp
Für alles andere: ACDSee pro 3, sobald es fertig ist.
Über Meinungen und Kommentare würde ich mich sehr freuen.

